
05.04.2025 | In Deutschland sind Millionen Menschen von Armut bedroht. Das Statistische Bundesamt hat aufgrund der neuesten Zahlen berechnet, dass 17,6 Millionen Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen sind. Das sind 20,9 Prozent der Bevölkerung.
Gleichzeitig gibt es auf der anderen Seite in Deutschland 130 Milliardäre, deren Vermögen im letzten Jahr um 26,8 Milliarden Dollar angestiegen ist. Das Vermögen der hundert reichsten Deutschen ist seit 2001 um mehr als 460 Milliarden Euro gewachsen.
Dieser Ungleichheit muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden. Die NaturFreunde setzen sich für eine Vermögensabgabe und die Wiedereinführung der Vermögensteuer ein. Die Vermögensteuer wurde im Jahr 1996 abgeschafft. Seitdem haben die öffentlichen Haushalte über 380 Milliarden Euro an Steuereinnahmen verloren. Die Gewerkschaft Ver.di weist darauf hin, dass durch die Wiedereinführung der Vermögensteuer jährlich über 20 Milliarden Euro in die öffentlichen Kassen fließen würden. Müssten beispielsweise alle Vermögensbesitzenden mit mehr als 4,6 Millionen Euro nur 2 Prozent Vermögensteuer zahlen und Multimilliardäre sich mit 5 Prozent an der Staatskasse beteiligen, kämen in Deutschland laut einer Oxfam-Studie von 2024 über 85 Milliarden Euro zusammen.
Von der neuen Bundesregierung erwarten die NaturFreunde, dass sie Armut und soziale Ausgrenzung endlich wirksam bekämpft. Es ist völlig inakzeptabel, dass in einem reichen Land wie Deutschland immer mehr Menschen in Armut leben müssen oder von Armut bedroht sind. Die NaturFreunde setzen sich deshalb für einen höheren Mindestlohn von mindestens 15 Euro ein und fordern die Einführung einer bedarfsorientierten Grundsicherung. Menschen haben ein Recht auf bezahlbaren Wohnraum. Deshalb müssen die Mieten durch einen wirksamen Mietendeckel begrenzt werden.
Uwe Hiksch
aus: WanderfreundIn 01-2025