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NaturFreunde Berlin
 
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... zur Sonne zur Freiheit!

100 Jahre Arbeiterfreizeit. 100 Jahre NaturFreunde Berlin
15. November 2008 in den OSRAM Höfen

>>> Das Programm als Download

Als Arbeitertouristenverein 1908 gegründet, blicken die NaturFreunde Berlin auf eine wechselhafte Vergangenheit zurück. In Abgrenzung zu bürgerlichen Freizeitvereinen, ging es den NaturFreunden nicht nur um die Ermöglichung von naturnaher bezahlbarer Freizeitgestaltung. Politisches Engagement für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen von ArbeiterInnen und ihrer Teilhabe an Bildung, Kultur und Politik waren ebenfalls zentrales Anliegen des Verbandes.
Die Tagung wird die wichtigsten Themen- und Arbeitsfelder der Naturfreundebewegung in ihrer Kontinuität und in ihren Brüchen nachzeichnen. Den Debatten um zeitgemäßen Tourismus, Sport und Körper sowie die Aktivitäten von NaturfreundInnen in der Zeit des NS gilt unser Interesse. Die Diskussionen sollen so neue politische Perspektiven und Praxen erschließen, die der Verband in Zukunft umsetzen und vermitteln kann.


Tagungsprogramm

10:00 Uhr Begrüßung

10:30 Uhr Panel 1
„Die schönste Art das Weite zu suchen“
Zeltlager, Backpacker und Tourismuskritik

Ein Ziel der NaturFreunde war stets das Recht auf freien Zugang zur Natur für alle durchzusetzen. Auch gegen die bürgerlichen Vereine, die den Arbeiterinnen die Mitgliedschaft verwehrten. Verknüpft mit einem arbeitspolitischen Engagement, z.B. für Arbeitszeitbegrenzung und Urlaubsanspruch, entwickelte sich der Arbeitertourismus. Im Zuge der industriellen Entwicklung veränderten sich jedoch Bedeutung und Formen von Tourismus. Der Massentourismus warf bei den NaturFreunden neue Fragen auf. Die Kritik sozialer, ökonomischer und ökologischer Aspekte dieser Art von Tourismus führte zu neuen Konzepten von Tourismus. Aber ist dieser Alternativtourismus wirklich besser? Wie können globale Gleichheit, bezahlbarer Urlaub für alle und ökologische Nachhaltigkeit zusammengebracht werden? Um diese Fragen soll es sich an diesem Vormittag drehen.Im Zuge industrieller Entwicklung und Globalisierung kam es zu einer grundlegenden Verschiebung im Verhältnis von Arbeit und Freizeit. Tourismus gewann in diesem Zusammenhang enorm an Bedeutung, neue Formen entstanden. Massentourismus mit seinem Fokus auf Fernreisen warf bei den NaturFreunden neue Fragen auf. So gewann der ökologische Aspekt von Reisen an Bedeutung, wurden die Auswirkungen von Tourismus auf die Zielregionen diskutiert, die Idee vom sanften Tourismus und von Nachhaltigkeit geboren. Gleichzeitig wurde nach neuen Wegen des internationalen Austausches gesucht. Alternativtourismus war das Zauberwort.

auf dem Posium: Hasso Spode, Martina Backes und Dorina Derwanz

12:30 Uhr Mittagspause

13:30 Uhr Panel 2
„Freizeit unterm Hakenkreuz“
Der schwierige Umgang mit der eigenen Geschichte

Anhand exemplarischer Biographien von NaturFreundinnen soll ein kritischen Rückblick auf die Zeit zwischen dem Verbot der NaturFreunde 1933 bis zur Wiedergründung nach 1945 geworfen und zu einer aktiven Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte angeregt werden. Die Neuorganisation des Verbands im Kontext von Entnazifizierung und Konsolidierung zweier deutscher Staaten ist dabei ebenso von Interesse wie die personellen und ideellen Kontinuitäten und Brüche. Auch soll der Frage nachgegangen werden, warum gerade die traditionellen Organisationen der Arbeiterbewegung eine auffällige Anfälligkeit für rechtes und autoritäres Gedankengut zu haben scheinen. Es wird die Frage gestellt, wie ein Freizeitverband agieren muss, um gegen autoritäres und chauvinistisches Gedankengut vorgehen zu können.

mit Oliver Kersten, Hans-Gerd Marian, Norman Geisler und Katja Grote

15:30 Uhr Kaffeepause

16:00 Uhr Panel 3
„Arbeiter in Bewegung“
Lebensreform, Arbeitersport und Fitnesskult

Die Teilhabe an sportlichen Aktivitäten stellt für viele Menschen ein im Alltag unverzichtbares Vergnügen dar. Die NaturFreunde verwehren sich traditionell dem sportlichen Leistungsgedanken, dennoch ist Sport auch hier keine neutrale Freizeitgestaltung. Der gesunde, sportliche Körper ist eine Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe und wurde längst zur Norm erhoben. So gilt Krankheit als selbstverschuldet und die Eigenverantwortung der Individuen wird immer wieder herangezogen um sozialstaatliche Kürzungen zu legitimieren. Schließlich gehören aktuelle Phänomene wie Schönheits- und Diätenwahn ebenfalls in diesen Zusammenhang. Wie also können Sport und solidarische Praxis verbunden werden? Wie kann Sport so organisiert werden, dass alle daran teilnehmen können?

Auf dem Podium: Eike Stiller, Thomas Alkemeyer, Jürgen Dittner und Nina Wettern


Der Kongress tanzt
Festprogramm


18:00 Uhr Sektempfang mit Grußworten
u.a. von Klaus Wowereit (Regiernder Bürgermeister), Hans Coppi (Vorsitzender VVN-BdA) und Michael Müller (Vorsitzender NaturFreude Deutschlands)

Musikalische Begleitung „Der singende Tresen“

anschließend Buffet, Schwoof und Tanz

 

Tagung und Fest in den Weddinger OSRAM Höfen

Veranstaltungort:
La Luz in den OSRAM-Höfen
Oudenarder Str. 16-20, 13347 Berlin

Teilnahmebeitrag:
Für die Tagung wird ein Unkostenbeitrag in Höhe von 5,- Euro erhoben. Darin enthalten sind Tagungsgetränke und ein Snack. Beim Festakt freier Eintritt.

Kinderbetreuung:
Sowohl für die Tagung als auch die Festveranstaltung wird eine Kinderbetreuung in einem separatem Raum angeboten.

Barrierrefrei:
Der Tagungsort ist für Rollstuhlfahrer geeignet. Falls eine Übersetzung in Englisch oder Gebärdensprache gewünscht ist, müsste dies bis zwei Wochen vor der Veranstaltung gemeldet werden.

Wegbeschreibung:
Das LaLuz in den OSRAM-Höfen ist bequem über die Seestrasse (A100 „Wedding“) zu erreichen. Im Hof stehen Parkplätze zur Verfügung.

Öffentliche Verkehrsmittel:
U9 Nauener Platz oder U6 Seestraße
Tram 13 / 50 / N26 (Haltestelle OsramHöfe)
Bus 327, 247, 120, 126