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NaturFreunde Berlin
 
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Soziales Wandern

Proletarische Formen der Bildung

Als Alternative zum unpolitischen, bündischen Wandern versuchten die Naturfreunde im „sozialen Wandern“ eine eigenständige politische und kulturelle Tourismusform programmatisch zu entwickeln. Durch das Wandern sollten nicht nur die Gesundheit der Arbeiter gehoben, sondern auch gesellschaftliche, kulturelle und naturkundliche Zusammenhänge erklärt werden. Soziales Wandern setzte sich bald in der gesamten Arbeiterjugend durch und wurde in zahlreichen Vorträgen und Artikeln propagiert. Die proletarischen Wanderer vermieden dabei bewusst den militärischen Charakter der Aufmärsche bürgerlicher Turnverbände: Die übliche Trennung der Geschlechter wurde aufgehoben, eine Marschordnung abgelehnt.

Mit Wanderungen von einigen hundert Teilnehmern, speziellen Kinderwanderungen oder kleineren Ausflügen zogen die Naturfreunde vor allem in das Berliner Umland.

„Soziales Wandern besteht im Achten auf wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Verhältnisse und bezieht sich durchaus nicht nur auf die arbeitenden Menschen. Im Gegenteil, auch die Welt der Kapitalisten ist in das soziale Wandern einzubeziehen (...) Aber das Kennenlernen des Proletariats fremder Gegenden, Landschaften und Staaten wird immer das wichtigste Ergebnis des sozialen Wanderns sein.“
Werner Mohr in: „Der Naturfreund“ (1930)