Link zum Inhalt Link zur Navigation Link zum Suchfeld Zum Link zur Startseite und zur Sitemap. Link zur Schriftvergrößerung
NaturFreunde Berlin
 
Inhalt


„Der Volksgemeinschaft dienen“

Zwischen Anpassung und Verbot

Die meisten Arbeitervereine ebenso wie die Naturfreunde suchten 1933 das Arrangement mit dem NS-System. Im März 1933 erklärte der Bundesvorstand des Arbeiter-Turn- und Sportbundes seinen „ehrlichen Willen zur Mitarbeit“ im nationalsozialistischen Staat und seine Bereitschaft „durch Pflege der Leibesübungen an der Gesundung und Erstarkung des deutschen Volkes mitzuarbeiten.“ Der sozialdemokratische Reichsverband der Kleingärtner beeilte sich zu betonen, dass die Schrebergartenbewegung sich schon immer für eine „gesunde Bodenpolitik“ und jene „gesunde Bevölkerungspolitik“ eingesetzt habe, die nun der Grundpfeiler des neuen Staates geworden sei.
Am 18. März 1933 verwies die Reichsleitung des T.V. „Die Naturfreunde“ auf ihren Kampf „gegen die kommunistische Zersetzungstätigkeit“ und die traditionelle Aufgabe der Naturfreunde, „das schaffende deutsche Volk durch das Wandern körperlich, geistig und sittlich zu fördern, Liebe zu Natur und Heimat, Volk und Vaterland zu erwecken und dadurch der deutschen Volksgemeinschaft zu dienen“. Später wurde betont, auch unter den „neuen staatspolitischen Bedingungen positiv zu Volk, Staat und Nation“ zu stehen. Ein Verbot konnten sie dennoch nicht verhindern. In der Verfügung des Preußischen Innenministers vom 17. September 1933 wurde der T.V. „Die Naturfreunde“ in Preußen aufgelöst und sein Vermögen eingezogen.

Einige Naturfreunde-Gruppen arbeiteten – angepasst an das neue System – unbehelligt weiter. Die Köpenicker Naturfreunde nahmen einen „Arier-Paragraphen“ in ihre Satzung auf und wählten sich einen Vereinsführer mit braunem Parteibuch. Andere schlossen sich gleichgeschalteten Wander- und Sportvereinen an oder engagierten sich in NS-Massenorganisationen.