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NaturFreunde Berlin
 
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Grüne Inseln im Klassenkampf

Die Naturfreundehäuser

„...durch jedes neues Haus erobern wir ein Stückchen Boden der Arbeiterklasse.“ Protokoll TVDN HV, 1928

Hotels und Gasthöfe waren für Arbeiterinnen und Arbeiter meist unbezahlbar. Deshalb begannen in Deutschland ab 1910 Naturfreunde in Eigeninitiative und unterstützt durch Spenden, Anteilsscheine und Abwohnzertifikate mit dem Bau von Herbergen. Schließlich standen den Arbeitertouristen zahlreiche Naturfreundehäuser in Naherholungsgebieten und Gebirgen zur Verfügung. 1932 waren es allein in Deutschland über 300. Aber die Naturfreundehäuser waren nicht nur Wanderherbergen, sondern mit ihren Biblio-theken, Ausstellungen und Vorträgen gleichzeitig Bildungseinrichtungen und Freiräume für die ungestörte politische Betätigung. Die Häuser entwickelten sich zu Treffpunkten und Veranstaltungsorten der gesamten Arbeiterbewegung.

Bereits während des ersten Weltkrieges wurde das Naturfreundehaus Meißnershof errichtet und vor allem von Kindergruppen des TVDN für Feste, mehrtägige Freizeiten und Kindersonnenwendfeiern genutzt. Die feierliche Einweihung der Luchhütte mit ihrem Wohnschiff fand am 1. August 1926 statt. Nicht nur Naturfreunde verbrachten hier ihre Freizeit, sondern auch die Sozialistische Arbeiterjugend (SAJ) und Gewerkschaften. Steigende Ansprüche führten zur Abkehr von einfachen Massenquartieren und zum Bau des Naturfreundehauses in Üdersee bei Eberswalde. Seit 1930 konnten die Arbeiter den „Luxus“ eines Zweibettzimmers genießen. Bis zum Ende der Weimarer Republik unterhielt der Gau Brandenburg des TVDN zwölf Naturfreundehäuser.