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NaturFreunde Berlin
 
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Alle Macht den Räten

Die halbe Revolution und der Beginn von Weimar

Hoffnung und Wirklichkeit klafften in der Novemberrevolution 1918 weit auseinander. Mit Friedrich Ebert stellte die Mehrheits-SPD den ersten Reichskanzler und wendete sich gegen die Rätedemokratie. Zum ersten Mal finden freie Wahlen statt, zum ersten Mal dürfen Frauen ihre Stimme abgeben. Der Acht-Stundentag wird eingeführt und Gewerkschaften als Tarifpartner verankert. Die nun entstandene bürgerliche Republik war jedoch zu erheblichen Konzessionen bereit. Zur radikalen Umverteilung gesellschaftlichen Reichtums und zur „Vergesellschaftung der Produktionsmittel“ kam es nicht. Im Dezember 1918 gründete sich die KPD und manifestierte die Spaltung der Arbeiterbewegung. Reaktionäre Kräfte etablieren die „Dolchstoßlegende“ und bekämpften Republik und Kommunisten gleichermaßen. Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht werden von rechtsgerichteten Offizieren erschossen.

In der Weimarer Republik erlebten die Naturfreunde einen steilen Aufstieg. In Berlin existierten weiterhin zwei proletarische Wanderorganisationen: Den als „Blümchenpflücker“ verspotteten Touristenverein „Die Naturfreunde“ (TVDN) und den Arbeiterwanderbund „Die Naturfreunde“ (AWB) mit dem Symbol des „Roten N“. Nach der Niederschlagung des Spartakus-Aufstandes beschließt der Arbeiterwanderbund eine folgenschwere Satzungsänderung: Künftig dürfen nur Mitglieder von USPD oder KPD eine Funktion in der Organisation übernehmen. 1923 treten zahlreiche Mitglieder des AWB zum TVDN über. Unter ihnen sind Willi Bulan, Franz Maspfuhl und Adolf Lau.