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NaturFreunde Berlin
 
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Die Waffen nieder!

Zwischen Hurrapatriotismus und Revolution

Der erste Weltkrieg spaltete die Arbeiterbewegung. Die Mehrheit der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion hatte sich aufgrund der „patriotischen Stimmung“ zur Bewilligung der Kriegskredite entschlossen, die die kaiserliche Reichsführung forderte. Kritische Stimmen werden zum Verstummen gebracht: Nur neun Tage nach Kriegsausbruch muss der Vorabdruck von Heinrich Manns »Untertan« aus Furcht vor der Zensur gestoppt werden. Zahlreiche Sozialisten erhielten wegen Agitation gegen den Krieg Gefängnisstrafen. Dem „Hurrapatriotismus“ der ersten Monate wich jedoch schnell die Ernüchterung. Im Westen entwickelte sich der Stellungskrieg zu einer Materialschlacht. Die „militärischen Notwendigkeiten“ beherrschten zunehmend das gesamte Leben auch in der Heimat. Insbesondere in den Städten wurde die Lebenssituation der „kleinen Leute“ katastrophal. Die Nahrungsmittel reduzierten sich auf ein Minimum und seit 1916/1917 häuften sich die Hungerdemonstrationen.

Im Januar 1918 fiel auch die Zeitschrift „Der Naturfreund“ der kaiserlichen Zensur zum Opfer. Anlass war ein Artikel, der eine „traurige Bilanz“ des Krieges zieht:

„Tausende unserer Vereinsmitglieder haben ihr Leben lassen müssen, und wer weiß, wie viele noch hinsinken werden auf der blutigen Wallstatt, dass die armen gegeneinander gehetzten Völker zur Besinnung kommen und sich gegen die Verhetzer und Bedrücker, gegen ihre gemeinsamen Feinde wenden werden.“