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NaturFreunde Berlin
 
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...zur Sonne, zur Freiheit!

Die Gründung des Touristenvereins

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann mit Turn- und Wanderfahrten die touristische Selbstorganisation der Arbeiterbewegung. Es entstanden erste Vereine, die Wanderungen und Familienausflüge organisierten. Zu ihnen zählte auch der 1895 von Wiener Sozialisten gegründete Touristenverein „Die Naturfreunde“ (TVDN). Ihr Gruß „Berg frei!“ unterstrich die Forderung nach freiem Wegerecht in der Natur. Ein Privileg, das Arbeitern oft nicht zustand. Die Naturfreunde verstanden sich als sozialistische Familien-Selbsthilfeorganisation für den gesamten Freizeitbereich: Bildung und erholsame Freizeit in der Natur wurden verbunden mit dem Kampf für ein gleiches Wahlrecht und den Acht-Stunden-Tag. Schnell verbreitete sich die Naturfreunde-Idee vor allem durch wandernde Handwerksgesellen in ganz Europa, bis sie 1908 in Berlin zur Gründung einer Ortsgruppe führte.

Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit der Zentrale in Wien über zu hohe Mitgliedsbeiträge und Inhalte der Vereinszeitung verließen jedoch zahlreiche Mitglieder den Touristenverein und gründeten den Arbeiterwanderbund (AWB) „Die Naturfreunde“. Mit der Zeitschrift „Der Wanderfreund“ gaben sie seit 1910 ihr eigenes Mitteilungsblatt heraus. 1915 schloss sich der Taubstummen-Touristenverein “Frisch auf“ dem AWB an. Seit diesem Jahr verfügten die konkurrierenden Arbeitertouristen mit dem Meißnershof über ein eigenes Naturfreundehaus, das insbesondere während des ersten Weltkrieges zu einem wichtigen Treffpunkt wurde.


„Schon in der kaiserlichen Zeit gehörte es zur schönen Tradition der Arbeitersportler, bei Wahlkampagnen besondere Stoßtrupps aufs Land zu schicken. (…) Sie brachten unsere Aufklärungsmaterialien selbst in die Dörfer, wo die Partei niemals einen Versammlungsraum erhalten hätte. An einem schneereichen Sonntagmorgen, kurz vor der Reichstagswahl im Jahr 1912, fuhr ich mit einer starken Gruppe der Berliner Naturfreunde hinauf in die Uckermark. Gleich nach der Abfahrt des Zuges verwandelte sich unser Vierter-Klasse-Wagen in ein Agitationslokal. Flugblätter wurden abgezählt, gefalzt und mit Stimmzetteleinlagen versehen.“ (Karl Grünberg)