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NaturFreunde Berlin
 
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Freizeit unterm Hakenkreuz

Die NS-Organisation „Kraft durch Freude“

Die Ausgrenzung von Jüdinnen und Juden war wie überall in Deutschland auch in den Touristenorten spürbar. Selbst einst liberale Badeverwaltungen erklärten ihre Kurorte als „judenfrei“ und in Lokalen hingen Schilder mit der Aufschrift „Die deutsche Frau tanzt mit keinem Juden“.
Obwohl die Durchdringung der Freizeit mit NS-Ideologie kaum nötig war, wurde im November 1933 die Organisation „Nach der Arbeit“, die sich schon bald in „Kraft durch Freude“ (KdF) umbenannte, gegründet. In seiner Festrede erklärte Robert Ley, Chef der Deutschen Arbeitsfront (DAF): Der „schaffende deutsche Mensch“ dürfe sich in seiner arbeitsfreien Zeit nicht selbst überlassen bleiben, denn „aus der Langeweile entspringen dumme hetzerische, ja letzten Endes verbrecherische Gedanken“.

Bald darauf hatte sich KdF erfolgreich der Freizeit der Deutschen bemächtigt. Von Wandertouren über Kreuzfahrten bis zu Schachturnieren gab es kaum etwas, was die NS-Organisation nicht anbot. Zeitgleich verlängerten die Nationalsozialisten für „Deutsche“ den Urlaub auf zwei bis drei Wochen pro Jahr. Ein umfangreiches touristisches KdF-Programm sorgte für einen ersten Reiseboom. Für große Teile der Bevölkerung bot sich damit erstmals die Möglichkeit, richtig zu verreisen. Bei vielen Deutschen kam das gut an. Gestapo und SD, die sich unter die Reisenden mischten, berichteten von einer „zufriedenen und dankbaren Stimmung über das Gebotene“.

Auch ehemalige Berliner Naturfreunde wie Adolf Lau fanden in dieser NS-Organisation begeistert ein neues Betätigungsfeld. Als KdF-Kreiswanderwart motivierte er ab 1935 seine „Volksgenossen“ in der Rüstungsindustrie und lobte die „Arbeitsbeschaffung im neuen Reich“.