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Arbeiterleben und Arbeiterkultur im Kaiserreich

Die Arbeiter und Arbeiterinnen im Kaiserreich sahen tagtäglich meist nur endlose Fabrikhallen, dunkle Hinterhöfe und ihre beengten Quartiere. Trotz Arbeitszeiten von bis zu 14 Stunden pro Tag reichte der Lohn eines Arbeiters oftmals nicht aus, um die Familie zu ernähren. Nur sonntags rief die Fabriksirene nicht zur Arbeit. Berge, Seen und stadtnahe Natur blieben ihnen unerreichbar: Die Eisenbahnfahrkarten oder die Übernachtung in einer Herberge waren praktisch unerschwinglich.

In der Stimmung des Aufbruchs nach dem Fall des „Sozialistengesetzes“ 1890 entstanden zahlreiche Vereine, die die Freizeit der unteren Schichten prägten und ihre Lebenswelt verbessern wollten: von Arbeitergesangsvereinen über Arbeiterbildungsausschüsse, Theatern wie der „Freien Volksbühne“ bis zur sozialistischen Freidenkerbewegung. Nur ein kleiner Teil der Arbeiterschaft war in der Partei organisiert, doch viele nahmen die Angebote der Bildungsinstitutionen, der sozialen Einrichtungen (Spar- und Bauvereine, Konsumvereine) oder Kultur-, Freizeit- und Sportvereinigungen in Anspruch. Der „klassenbewusste“ Arbeiter, so wurde gewitzelt, sei von „der Wiege bis zur Bahre“ in die Arbeiterorganisationen eingebunden.

Schrittweise erkämpfte Arbeitszeitverkürzungen und mehr Freizeit bildeten die wichtigste Voraussetzung für die Entfaltung der von sozialistischen Arbeiterinnen und Arbeitern getragenen Kulturorganisationen.